szmmctag
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  • Ich melde mich mal ab ...

    ... das Wetter ist ideal um eine Runde Rad zu fahren und ein paar Glasl Wein zu schlürfen.
    Unser Ziel ist die Saar und die Mosel. Aber das hatten wir schon mal. ;)

    http://mreddy.blog.de/2013/05/26/mosel-radweg-planung-16058550/

    http://mreddy.blog.de/2013/09/15/saar-mosel-radweg-2-anlauf-16400894/

    Und für Brother: Ja Bruder, ich mach mal wieder Urlaub! :))

  • Ein Schloss für Jedermann ...

    Schon die Überschrift ist die Unwahrheit. Aber alles was jetzt kommt ist wahr!
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    Auf meiner Schlender-Reise von Jessen an der Elster über Lutherstadt Wittenberg nach Burg im Jerichower Land (ich habe dem Navi-Maderl die Benutzung von Autobahnen untersagt), fuhr der olle Opel, entlang der B 107 über Wiesenburg. Ein Nest mit ca. 5000 Seelen im Fläming, mit einem Schlösschen.
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    Ich muss mir ja immer mal die Beine vertreten und die Opelluft mit frischer Landluft eintauschen. Hätte ja auch gern mal eine gute Zigarre an einem Café gepafft, aber die Sonne hat es heute nicht auf mehr als 15 Grad geschafft. Doch jetzt sollte ich erst mal eine Peilung des Ortes mittels Wiki einfügen:
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    "
    Wiesenburg/Mark ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Wiesenburg liegt im südwestlichen Teil des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Es grenzt im Norden an das Amt Ziesar, im Nordosten und Osten an die amtsfreie Stadt Bad Belzig, im Südosten an das Amt Niemegk und im Süden und Westen an das Bundesland Sachsen-Anhalt. Das Gemeindegebiet gehört zum Naturpark Hoher Fläming."
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    Das soll reichen.
    Das Schlösschen hat jedenfalls meine Neugier geweckt und als ich las, dass man dort für ein Trinkgeld wohnen kann, war ich noch mehr neugierig. Mal ehrlich, mir würde es schon gefallen in einem solchen Schlösschen zu leben. Wenn es nicht gerade in dieser Pampa wäre.
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    Hier kann man mal nach den Preisen sehen: http://www.schloss-wiesenburg.de/schloss/verkauf/preise/
    Ich finde es nicht überteuert.
    Es gibt auch einen schönen Schloßpark. Sehr gut gepflegt, ein Kleinod der Gemeinde.
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    Mir hat es gut gefallen. Wenn man könnte, würde ich es abbauen und auf dem Domplatz zu Erfurt errichten. Das ist natürlich Blödsinn. Wohin dann mit dem Markt? 

     

  • Es ist wie immer ...

    ... Samstags stehen wir meist erst gegen 9 Uhr auf. Eine halbe Stunde später fahren wir zum Markt. Ich hätte ja schon in der Tiefgarage merken müssen dass irgendetwas im Busch ist. Beim Einfahren ins Parkdeck leuchtete die Ampel noch grün, aber ich bekam keinen Platz mehr. Nun dann stelle ich mich eben dort hin, wo es sich die meisten Menschen nicht trauen.  Als wir an das Tageslicht kamen, sahen wir auch schon den vollen Domplatz. Es war mal wieder Cerealienmarkt.
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    An diesen Tagen verkaufen die Erfurter Gärtner alles, was sie bis dahin nicht los bekommen haben. Ab 7 Uhr stehen sie sich die Beine in den Bauch und eine EGA-Blumenkönigin zerren sie auch auf den Domplatz. Für uns heißt solch Spektakel, immer schön langsam hinter den älteren Leuten her trotteln, oft stehen bleiben, weil die Wege verstopft sind.
    Am Bäcker stehen zu viele Leute an. Meist stehen sie ohne zu denken dort in der Schlange und wenn sie dann angesprochen werden, wissen sie nicht mehr was sie wollen. Aber genug genölt!
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    Auf dem Weg zum Bäckerstammplatz müssen wir am Nachbarcafe vorbei. Dort sitzt oft eine gute Bekannte aus vergangenen Tagen im alternativen Outfit, mit ihrem neuen grünen Freund. Über seine zerknitterten Hosen, dem verzerrten Hemd und dem ausgewaschenen Schlapphut  lächel ich hinweg und antwortete auf die lakonisch gestellte Fragen: "Ihr seid heute aber spät dran!" ... das ich, in meiner Faulheit, erst spät aus dem Bett kam. Ein bisschen Rumgeplänkel, dann ziehen wir weiter zu unserem Stammplatz am runden Tisch, vor dem Schaufenster der Bäckerei.
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    Doch der Platz ist schon besetzt! Dort sitzt ein zufrieden grinsender junger Mann mit einem Eis in der Hand. Genervt setzten wir uns an einem anderen Tisch. Wohl wissend, dass am Nachbartisch gleich die pensionierten Handwerker Platz nehmen werden. Die Herren sind immer gut drauf. Sie werten relativ laut die Tagesgeschehnisse bei einer Tasse Kaffee aus.
    Der junge Mann an unseren Stammtisch bekommt Besuch von Frau und Kind und einer weiteren Frau mit Kinderwagen.
    Wir ergeben uns in das Schicksal, richten uns am Tisch häuslich ein. Der Strauß den wir beim alten Blumenhändler kauften, wird auf dem Tisch gelegt.
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    Zum Frühstück bringen wir ein Piccolo mit, weil die Bäckerei schon seit einigen Wochen so etwas nicht mehr vorrätig hat. Aber die Gläser stellen sie für uns bereit.
    Nun können wir doch noch in Ruhe unser Frühstück zelebrieren. Reden brauchen wir nicht. Um uns herum passiert ständig etwas.
    Meist finden sich immer die gleichen Leute zu gleicher Zeit dort ein.
    Der ältere Mann mit dem vorstehenden Bauch, Umhängetasche und Stoffhut, der stets grinsend durch die Welt geht, holt sich einen Kaffeepott, verschüttet meist den Kaffee beim Platz nehmen, setzt sich immer ganz nah zu den pensionierten Handwerkern und hört andächtig zu. Nach 15 Minuten ist der Rest des Kaffees getrunken, er steht auf, grüßt in die Runde und schlendert weiter.

    Oder der Betreiber vom Speicher in der Waagegasse. Er sitzt am Samstagvormittag immer am benachbarten Café, trinkt seine braune Brühe, raucht  eine nach der anderen, liest Zeitung oder unterhält sich angeregt. Dabei sieht er immer aus als wäre er gerade aufgestanden. Zerzaustes graues Haar, Baumwollhemd, die Hose sieht aus als wenn er sie im Bett angelassen hätte, Stoffschuhe ohne Socken.
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    Treffen sich unsere Blicke, kommt ein kurzes, grinsendes Nicken und ich denke dann, er kann meine Gedanken lesen. Ein kleiner älterer Mann mit Anzug und Melone geht auf ihn zu. Sie schwatzen miteinander wie alte Freunde. Die Melone ist putzig. Erinnert mich an Pan Tau. Dann kommt ein Nachbar von uns auf dem Plan. Wir sind froh dass er allein ist. Seine Frau ist übermäßig schwatzhaft und würde uns völlig aus dem Gedanken reißen. Als er kommt wird unser Stammtisch frei. Dort nimmt er Platz und schaut zu uns herüber. Wartet wohl auf seine Frau. Wir wollen aufbrechen um dem Wortschwall zu entgehen.
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    Plötzlich steht ein älteres Paar lächelnd vor uns. Wir brauchen erst ein paar Momente, dann kommt auch bei uns ein Lächeln auf. Ehemalige Nachbarn aus den 80ern. Lange nicht mehr gesehen. Jetzt waren wir bereit zu schwatzen.
    Sie wohnen noch immer dort, erkundigten sich nach meinen Eltern, schwatzen drauf los als wenn wir immer noch Nachbarn wären. Sehr angenehm.
    Wieder schlenderten wir über den Markt. Jetzt war der Bäcker mit den herrlichen Brötchen nicht mehr so sehr belagert. Ich füllte also die Bestände auf und dann suchten wir unser Auto in der Tiefgarage.
    Alles wie immer ...

  • Die Zeit für die Weinlese ...

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    .
    .. im Spätsommer ist manchmal auch die Zeit für Veränderungen.
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     Sprüche sind eben nicht mein Ding, auch wenn ich gern solche zitiere. Ich werde ja doch nicht mehr erwachsen, muss mich aber dennoch damit abfinden das sich mein Umfeld verändert.
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    Ich wollte mich heute für eine jahrenlange, tolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken und wurde selbst überrascht.

  • Süßer See und noch ein paar ...

    ...andere Eindrücke.
    Ich wollte schon immer eine Radtour um den süßen See bei Aseleben machen.
    Am Dienstag hatte ich endlich die Möglichkeit.
    Manche Leute kucken natürlich nicht schlecht, wenn ich aus dem Auto ein Rad ziehe, es zusammen setze und aus dem Bürooutfitt auf dem Parkplatz in die Radlerkluft schlüpfe. Wenn dann die Wandlung vollzogen ist, fällt nichts mehr auf. ;)
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    Der Süße See. Ein paar einleitende Worte von Wiki dazu:
    Der Süße See ist ein See im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt, Deutschland. Er wird durch die Böse Sieben gespeist und fließt bei Seeburg in die Salza ab. Der Süße See ist seit dem Trockenlegen des Salzigen Sees Ende des 19. Jahrhunderts, von dem nur Kerner- und Bindersee verblieben, das größte natürliche Standgewässer im Landkreis Mansfeld-Südharz. Anders als der Name angibt, ist das Seewasser wie bei den anderen noch bestehenden oder trockengelegten Mansfelder Seen salzig.
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    Ich hatte mich auf einen schönen langen Radweg gefreut. Schön war er schon. Aber kurz.  Kaum 13 Kilometer.
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    Aber dafür war der Sonnenuntergang traumhaft. Ganz zu schweigen vom Apfelstrudel und einer wunderbaren Fischsuppe. 
    Und dann gibt es noch die technischen Denkmale.
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    Wunderwerke der Technik. Lokomobufta wie aus einem Stück gefeilt.
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    Herrlich! Genau so wie dieses Bild von Wochenende.
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  • Rund um den Geiseltalsee

    Zur Zeit bin ich relativ viel mit dem Auto unterwegs.
    Das heißt Stunden im Auto sitzen und kaum Bewegung.
    Und wenn ich dann angekommen bin, sitze ich in Büros, rede, höre zu, trinke Kaffee und bewege mich wieder kaum.
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    Im Hotel sitze ich am Schreibtisch und schreibe Protokolle, Angebote, beantworte die Korrespondenz und blogge auch mal.
    Abendessen im Restaurant und fernsehen im Bett. Dann bricht der Bewegungsdrang durch.
    Jetzt habe ich im Auto mein Rad stehen. Eine Satteltasche mit Schuhe und Klamotten.
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    In der letzten Woche hatte ich das Glück bei Merseburg den Geiseltalradweg fahren zu können. Gleich an 2 Tagen in Folge.
    Auf dem Rad fühle ich mich zu Hause, wo auch immer. Ich kann abschalten und die Natur genießen. 
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    Wiki sagt: "Der Geiseltalsee ist ein Tagebaurestsee im südlichen Sachsen-Anhalt. Der See entstand im Zuge von Rekultivierungsmaßnahmen im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal nordöstlich von Mücheln.
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    Er ist mit fast 19 Quadratkilometern der größte künstliche See in Deutschland, gehört zu den zehn wasserreichsten Seen in Deutschland und ist das größte Gewässer im Sächsischen Seenland. Zusammen mit weiteren südöstlich gelegenen Seen (Runstedter See, Südfeldsee und dem wesentlich kleineren Hassesee bei Roßbach) bildet er den Geiseltaler Seenkomplex."
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    Herrliches Wetter und immer ein geselligen Radler am Tisch. Der Radweg geht immer am See entlang. Manchmal muss man einen Berg steigen, der dann auch noch als Weinberg ausgebaut wurde.
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    Die nach Abbau der Braunkohle verbliebenen riesigen Tagebaurestlöcher führten schon zu DDR-Zeiten zu Überlegungen zur weiteren Nutzung, wobei jedoch zunächst nur an einen großen Wasserspeicher gedacht war.  Nach der Wiedervereinigung richteten sich die Planungen seit 1991 auf die Sanierung mit dem Ziel, unter dem Namen Geiseltaler Seenkomplex ein überregionales Erholungs- und Freizeitgebiet zu schaffen. Der Tagebaubetrieb wurde am 30. Juni 1993 eingestellt, nachdem insgesamt 1,4 Milliarden Tonnen Braunkohle abgebaut und ebenso viel Abraum bewegt wurde. Durch den Abbau entstand ein knapp 80 m tiefes Tagebaurestloch von rund 2.600 Hektar Fläche. 
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    Die Flutung mit Saalewasser begann nach umfangreichen Erd- und Sanierungsarbeiten am 30. Juni 2003 und wurde 2011 abgeschlossen. Ende August 2008 erfolgte der Zusammenlauf aller Teilseen zu einer geschlossenen Wasserfläche beim Stand von 90,3 m ü. NHN. Der Pegel stieg bis zum Volllauf täglich um einen Zentimeter. 
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    Die geplanten Wald- und Erholungsflächen sollen etwa 800 Hektar betragen. Auf rund 30 Hektar der sanft abfallenden Uferflächen im Norden wurde ein Weinbaugebiet angelegt. Am 29. April 2011 erreichte der Geiseltalsee seinen höchsten Pegelstand von 98,05 m ü. NHN, das Auslaufbauwerk Frankleben übernahm seine Funktion als Pegelregulierer. Es ist vorgesehen, dass noch mindestens 20 Jahre lang Fremdwasser zugeführt wird, weil der bergbaulich zerklüftete Untergrund Versickerungsverluste verursacht.
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    Ca. 28 km reines Vergnügen. 

  • Die Höhlenwohnungen von Langendorf ...

    ... wollte ich schon lange mal besichtigen. Zweimal war ich schon dort und musste immer wieder abziehen, weil sie verschlossen waren.
    Am Mittwoch hatte ich Glück. Es war eine Reisegruppe Rentner dort, die eine Führung bekamen.
    Wie zufällig rutschte ich da mit rein. Ein Mitsiebziger und seine Frau führte die blubbernden Rentner durch die Höhlen und erklärte wortreich, mit viel Engagement, dies Geschichte der Höhlenbewohner.
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    Übrigens ... Langendorf liegt bei Halberstadt, nur so zur Orientierung.
    Ich habe hier die Geschichte der Höhlen in den Eintrag rein kopiert und eigene Bilder eingefügt.
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    "1856 herrschte eine große Wohnungsnot in Langenstein. Junge Familien mit Kindern, für die der Platz in den kleinen Elternhäusern nicht mehr reichte und Arbeiter des Gutes, die aus dem Raum Goslar kamen, brauchten dringend Wohnraum. Der Dorfschulze Hinze schrieb an den Königlichen Landrat Baron von Gustedt nach Dardesheim. Er bat um Hilfe beim Bau von Wohnungen.
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    12 Familien suchten verzweifelt eine Unterkunft. Der Landrat schrieb zurück: "Die Gemeinde muss sich selber helfen!". Der pfiffige Gemeinderat dachte bestimmt an die Wohnhöhlen auf der Altenburg, als er den genialen Beschluss fasste, auf dem Schäferberg, unter dem Windmühlenkopf, Höhlenwohnungen aus dem Sandstein schlagen zu lassen. Für 8 Groschen wurde den Wohnungssuchenden der Bauplatz, d.h. ein Stück Felsenwand, verkauft.
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    Die einzigen Baumaterialen die benötigt wurden, waren eine Tür und ein Fenster. Je nach Fleiß der Bauleute waren die Wohnungen nach zwei bis fünf Monaten einzugsbereit. Die Höhlen hatten alle etwa den gleichen Grundriss. Der stehen gebliebene Fels bildete die Trennwände zwischen den einzelnen Räumen. Licht und Luft gelangten durch die Tür und das Fenster in die Wohnungen. Die hinteren Räume waren dunkel. Ein Spalt über der Tür und der Rauchabzug über dem gemauerten Herd ließen die Luft leicht zirkulieren und verhinderten feuchte Wände und Schimmelbildung. Über der Höhlendecke aus Sandsteinfelsen wuchs Gras. Man konnte häufig Ziegen und Schafe dort weiden sehen. Deshalb kam auch der Spruch in Umlauf:

    "In Langenstein, in Langenstein, da schieten de Schaape in Schornstien rein!"
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    Auch Kinder spielten gern zwischen den Schornsteinen auf dem "Hausdach". Dabei ärgerten sie so manches Mal die Hausfrau und warfen kleine Steinchen oder Grashalme in den Schornstein, die dann unweigerlich im Kochtopf landeten. Die Jugendlichen machten derbere Späße. Sie deckten den Schornstein mit einem Brett oder einem Stück Blech ab, um den Rauchabzug zu verhindern. Die Folge war immer, der Rauch trieb die Bewohner ins Freie und die weglaufenden Jugendlichen hatten ihren Spaß. Anfang 1900, aber auch schon vorher, wurden die Höhlen nach und nach verlassen. Man baute sich kleine Häuser vor die Höhlen und benutzte diese dann als Stallungen und Vorratsräume. In den Kriegsjahren wurden die Räume einzeln an Schäferbergbewohner verpachtet, da es bei dem felsigen Grund nur wenig Keller gab. Fortan lagerten Kartoffeln, Rüben, Brennstoffe und vieles andere mehr in den ehemaligen Höhlenwohnungen. Nach 1990 wurden die Keller nicht mehr gebraucht. Siegfried Schwalbe hatte sofort seine Hand drauf und veranlasste, dass durch ABM-Kräfte in drei ehemaligen Höhlenwohnungen neue Fenster und Türen eingesetzt wurden und im Inneren annähernd der Originalzustand hergestellt wurde. Film und Fernsehen haben inzwischen oftmals hier gedreht und die Höhlen bekannt gemacht. Jährlich kommen viele hundert Besucher, um sich die Behausungen der letzten Troglodyten Deutschlands anzusehen."

  • Frische Farbe für ...

    ... unansehliche Häuser.
    In einem Eintrag habe ich Hausfronten von Erfurter Gebäuden gezeigt. Mir gefallen die Bilder, welche triste Häuser ein wenig Charakter geben. Ich würde mir wünschen, das Wohnungsgesellschaften und Eigentümer solche Stadtgestaltung aktiv unterstützen.
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    Gestern hatte ich die Möglichkeit in Halle/Saale, in einem herunter gekommenen Stadtviertel ein Projekt zu bestaunen, welches für mich einziartig ist. Als ich die Fotos gemacht habe, waren die Künstler noch am Werk. Wenn man genau hinschaut, sind die Graffitis auf dem Gerüst oder Hubkran zu erkennen.
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    Aus der MZ habe ich folgenden Artikel dazu sinngemäß übernommen: http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/freiraum-galerie-in-halle-graffiti-kunst-lockt-15-000-besucher-an,20640778,21994596.html
    "Weil die Stadtplanung versagt hat, bekam die Kunst einen Raum: Freiimfelde, das Viertel mit viel Leerstand zwischen Güterbahnhof und Freiimfelder Straße, ist im vergangenen Jahr zur Freiraumgalerie geworden. An 25 zumeist leeren Häusern sind vor allem während des All-You-Can-Paint-Festivals im September vergangenen Jahres erstaunliche Fassaden entstanden – eine zumindest in Deutschland einmalige Aktion.
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    Jetzt haben die Organisatoren eine umfangreiche Bilanz vorgelegt. Mehr als 100 ehrenamtliche Helfer machten mit, auch Kinder aus Freiimfelde waren beteiligt. Rund 15 000 Schaulustige hat das Sprayer-Spektakel nach Freiimfelde gelockt. Laut einer Befragung, durchgeführt von den Projektinitiatoren in der halleschen Innenstadt, habe die Freiraumgalerie einen Ansatz zur Identitätsbildung mit dem Freiimfelde-Viertel gebracht. Nicht mehr und nicht weniger. Befragt nach dem, was sie mit dem Viertel verbinden würde, antworteten die meisten zwar mit „nichts“. Doch bei den 26- bis 40-Jährigen wird die Freiraumgalerie immerhin annähernd gleich oft genannt.
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    Die meisten spüren aber eine Belebung des Viertels
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    Vor Ort in Freiimfelde habe keiner der Anwohner die Galerie abgelehnt, auch wenn sie nicht bei allen auf totale Begeisterung gestoßen sei. Die meisten spüren aber eine Belebung des Viertels. Diese wird vor allem an Besuchern, auch an Fototouristen festgemacht.
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    Im Vorfeld der Aktion hatte es bei einigen Anwohnern jedoch erhebliche Bedenken gegeben. Dahinter steckte die Angst vor illegalem Graffiti infolge der Kunstaktion. „Nach dem Festival ist die allgemeine Zufriedenheit mit der Freiraumgalerie aber groß. Das der Ruf des Viertels ruiniert werde könne, habe sich nicht erwiesen. Auch illegale Schmierer wurde nicht angezogen“, heißt es im Abschlussbericht. Zwar gebe es vereinzelte negative Kommentare zu den Bildern. Doch die Gesamterscheinung werde von allen Bevölkerungsschichten gewürdigt: „Niemand wünscht sich den alten Zustand zurück.“ Beschwerden habe es während zweier nächtlicher Straßenfeste gegeben.
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    Wie es weitergeht in Freiimfelde, ist unklar. Das hängt vor allem vom Geld ab. Es werden weiter Gestaltungs- und Ideenkonzepte erstellt, durch die das Viertel zu einem besonderen Ort der Kultur und der Nachbarschaft wachsen kann."
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  • Waldhaus Erfurt ade ...

    ... das wird den aufmerksamen Leser in meinem Blog sicher wundern.
    Wir sind seit 1992 sehr gern in den Steigerwald gefahren um im Waldhaus lauschige Stunden zu verbringen. Der Biergarten unter den Kastanien ist im Sommer immer 5 Grad kühler als in der Stadt. Wenn wir mit dem Rad direkt dort hin fuhren mussten wir 7 Kilometer meist ansteigend fahren. Aber oft fuhren wir einen Weg von 30 bis 50 Kilometer  und zum Teil bis zu 12 % Steigung.
    Schon deshalb hat das Bier im Waldhaus immer gut geschmeckt. Die Pizza aus dem Steinofen war auch immer ein Traum.
    Im Grunde kann man sagen, das unsere Tochter an den Wochenenden dort aufgewachsen ist. Jedenfalls im Sommer. Seit einiger Zeit lässt die Qualität des Bieres dort nach. Man muss wissen, dass das  Waldhaus eine eigene Brauererei betreibt und bisher bestes Bier angeboten hat. Die Qualität der Pizzas, die Sauberkeit und die Freundlichkeit der Bedienung hat schon lange nachgelassen.
    Nun schmeckt das Bier auch nur noch, wie ein Flaschenbier. Das haben wir schon seit Wochen beobachtet. Gestern nun probierten wir noch mal bei ´besten Wetter  das Bier.
    Jetzt werden wir nicht so bald mehr dahin fahren.
    Schade aber auch.

    Am Samstag Abend haben wir dann am Benediktplatz einen Wein getrunken und gut gegessen. Dort kann man gut sehen und gesehen werden.
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    Den Brezelritter findet man dort immer.
    Am Kreuzsand fand eine Lampionparty statt. Dort haben wir uns sehr wohl gefühlt. 
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    In der Nacht ist Erfurt noch schöner als am Tag.
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    Am Sonntag waren wir in Höhnstedt. Zum Winzerfest.
    Das ist zwischen Eisleben und Halle, am Süßen See. Lischen wird wissen was ich meine. 
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    Dort haben wir auch die Zeit  vergessen.
    Schöne Athmosphäre, man konnte dort gut sitzen und alles vergessen. 
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    Er war ein schöner Sonntag.
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  • 36 Kalenderwochen ...

    ... haben wir in 2014 schon hinter uns gebracht. Die Woche hat in Dessau angefangen. Dort lebt ein Mann mit dem ich ab 1982 zusammen studiert habe. Im Frühjahr 2014 hat er bei mir angerufen, um mal zu hören wie es so geht. Ich war glatt geplättet und hab mich sehr gefreut.
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    Am Montag dann hatte ich Zeit ihn zu besuchen.  Beinah hätte ich ihn nicht wieder erkannt. 30 Jahre sind eben eine lange Zeit, die ihre Spuren hinterläßt. Dennoch haben wir uns viel zu erzählen gehabt, denn wir haben damals so manchen Blödsinn verzapft.
    In letzter Zeit häuft es sich, das sich Weggefährten von damals melden und wieder Kontakt suchen.
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    Wenn man  den Medien folgt, hört und ließt man von Personalmangel im öffentlichen Dienst.
    Lehrer, Polizisten und Ämter sind chronisch unterbesetzt. Ich glaube aber, die flunkern uns etwas vor. Jedenfalls haben sie genug Polizisten die sich mir in den Weg stellen.
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    Wer Zeit und Muße hat, sollte Pilze suchen gehen. Sie wachsen zur Zeit fast in jeder Ecke.
    Auch kann ich mich ständig weiter bilden. Ich weiß jetzt, wo der Kakau her kommt.
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    Jedenfalls liegt dieser Ort ganz in der Nähe des Wörlitzer Parkes.
    Das ist eine herrliche Gartenanlage, die auch als UNESCO-Welterbe gelistet ist.
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    Dort war ich im Grunde schon oft, hatte jedoch nie die Zeit den Park in Ruhe anzuschauen. Man braucht mindestens 2 Stunden, um alles zu sehen. Besser man nimmt sich einen ganzen Tag dafür Zeit.
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    Es hatte in der Nacht vom Montag zum Dienstag Strippen geregnet, so das ich am Ende meiner Tour durch den Park völlig zermatschte Schuhe hatte und die Hose konnte ich getrost in die Ecke stellen. Merke: Ziehe Dir Wanderschuhe an und Hosen die Schmutz abkönnen. 
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    Manche Brücke dort ist gewöhnungsbedürftig. Sie schwanken erheblich oder schwimmen wie eine Pontonbrücke, was einige weibliche Besucher zu spitzen Schreien verleiten kann.

    In der Mitte der Woche verlegte ich meine Aktivitäten in den Raum Halle.
    An der Saale gibt es so manch lauschigen Platz, wo man es gut aushalten kann.
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    Dazu gehört auch die Peißnitzinsel, die von der schiffbaren Saale (oder auch Stromsaale) und der Wilden Saale, einem breiten Seitenarm, umflossen wird. Ihre Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 2,5 km.
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    Dort kann man gut mit Kanus paddeln, Rad fahren oder sonst irgendwie rumhängen. Dort gibt es auch das Peißnitzhaus, welches in einem jämmerlichen Zustand ist. Im Grunde könnte man dort eine Ausflugsgaststätte errichten, ähnlich wie in Erfurt das Waldhaus oder Walkasino.
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    Am Haus findet man Baracken in denen Gastronomie betrieben wird. Gut besucht und angenommen von den Leuten. Abends überkommt einem sogar ein Hauch von Romantik. Natürlich nur, wenn die in der Gegend probenden Laienschauspieler nicht ungebremst rumkrakelen. 
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    Ach ja, den Geiseltalsee und die Stadt Mücheln kann ich auch empfehlen.
    Dazu aber vielleicht später etwas mehr.
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    Jetzt ist auch bei mir Wochenende. 

  • Die Umwelt verändert sich ...

    ... rasant.
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    Das erste Bild zeigt eine Linde hinter unserem Haus am Mittwoch morgen. Zweites Bild zeigt die gleiche Linde am Freitag abend. Wenn man auch die unterschiedlichen Lichtverhältnisse berücksichtigt, muss man trotzdem die enorme Farbveränderung erkennen.
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    Morgens steht schon wieder Nebel in den Niederungen und die Pflaumen werden immer dicker. :))
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    Die Bäume ächzen unter der Last der Früchte. Auch die Mirabellen leuchten in ihren schönste Farben und täuschen wie die Chamelions eine leckere Frucht vor. Dabei sind sie mehlig wie eine gute Kartoffel.
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    Schnecken trauen sich nackt auf die Straße, was ja für das gute Klima bei uns spricht. Rote Gartenmöbel an grünen Hütten ziehen Enten an, wobei wir schon wieder bei der Landplage wären. 
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    Die Nacht im Himmelbett eines Waldhotels war erquickend.  
    Gerade deshalb konnte ich eine große Horde Stare beim Einfallen auf einen Holunderstrauch beobachten. Für den Schnappschuß habe ich mich gelobt.  Klickt mal rein ins Bild. 
    Mein Gesprächspartner heute  hat genau so reagiert wie ich es vermutete hatte. Scheinbar gibt es keine Überraschungen mehr.  
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    Ich werde öfters mal ein Bild vom Amberbaum hier einstellen. Vielleicht bekomme ich dann ja auch mal mit wie er wächst.  
    Ja ... und dann kam der Nachbar und brachte Knoblauch ... was meint der denn damit??? 

  • Zilly sah ich das erste mal

    Der Ort Zilly liegt etwa 19 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Wernigerode im nördlichen Vorharzgebiet zwischen Fallstein und Huy.  
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    Durch die Lage an der B 244 ist Zilly in Richtung Süden direkt an Wernigerode angebunden. Die L 87 führt in Richtung Osterwieck.
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    Ortsbildprägend ist die Wasserburg, deren Ursprünge in das frühe 14. Jahrhundert reichen. Die Gebäudesubstanz, durch Abriss zur Zeit der DDR dezimiert, wird seit 1990 wieder von den Ortsteilen unterhalten und saniert. Neben der Burg entstanden im 19. Jahrhundert ortsbildprägende Großbauernhöfe, die aufgrund der fehlenden Nutzungsmöglichkeiten teilweise stark sanierungsbedürftig sind.
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    Die heutige evangelische Stephanuskirche wurde 1838–1849 im klassizistischen Stil gebaut. Schinkel soll zumindest der Entwurf vorgelegen haben.
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    Alles schön gepflegt und sehr verborgen. Fast wäre ich geneigt gewesen am "Arsch der Welt" zu schreiben. Doch damit würde ich die dort lebenden Menschen beleidigen. Das habe ich aus dem Eintrag über Leutenberg gelernt.
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    Niemand redet vom Herbst. Diese gestrandete Kastanie lag im Wald nur so herum. Ebenso die vielen Enten auf dem Teich. Sie saßen am Ufer zu dutzenden und sprangen ins Wasser als ich dort vorbei lief. Ein Freund und Jäger sagt immer: "Weiber und Enten, die größte Landplage!"  Jetzt verstehe ich ihn endlich. 
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    Diese Brücke ist morsch. Trotzdem ging ich darüber. Jetzt fehlt noch ein Brett. Das war nicht lustig.
    Aber den Brocken hat man sehr gut sehen können.
    Dann habe ich mich nach Schnecken gesehnt.
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    Die waren aber auch außer Rand und Band. 
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    Noch etwas. Manche Menschen sagen: "Erst sterben die Bienen, dann sterben die Menschen." Ich habe es heute bei Jena gesehen. Die Bienen sterben nicht. Sie hatten heute bei dem Sauwetter nur keinen Flugtag. 

  • Bunte Hauswände ...

    ... hatte ich vor ein paar Wochen dem Canneletto versprochen.
    Hier sind sie jetzt. Manchmal dauert es eben bis ich meine Versprechen einlöse.
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    Und diese schick bemalten Schaltschränke fand ich in der vergangenen Woche an der Havelschleuse zu Rathenow.
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    Das Wochenende hat so gar nichts mit Sommer zu tun. Es ist empfindlich kalt geworden. Vor ein paar Tagen haben wir noch unter der schwühlen Hitze gedampft und jetzt sind es gerade mal 15 Grad, bei Wind und Regenschauer. Zwischendurch lässt sich mal die Sonne blicken und gaukelt uns einen kurzes Gefühl Augustwärme vor.
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    In einen solchen Augenblick erlebten wir am Samstag unseren Markbesuch. Schon in der Tiefgarage fanden wir nur mit Mühe einen Parkplatz. Auf dem Domplatz standen haufenweise Stoffhändler.
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    Ich fragte mich, wer heutzutage noch Stoffe kauft und selbst näht. Wenn so viele Händler ihre Waren los werden wollen, muss ja auch der Bedarf da sein. Jedenfalls sahen wir zu Beginn unseres Marktbesuchs relativ wenig Käufer.
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    Das änderte sich schlagartig, als wir vom Frühstücksbäcker wieder zurück zur Tiefgarage schlenderten. Die Stände waren nun gut besucht, so das die Händler alle Hände voll zu tun hatten. Es gibt also doch noch sehr viele Leute die selbst nähen.
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    Rund 10.000 Ballen mit etlichen Kilometern Stoff und Tuch  wurden an die Schneiderin gebracht. 

  • Solche alten ...

    ... Ortstafeln ...
    Klein Gischau

    ... finde ich zum:

    Kotzen
      

  • Obsttag!!!

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    Pflaumen am Strauch. Wer wird da nicht schwach? Ok. die Hälfte der blauen Eier waren wurmstichig, aber mir war danach auch nicht mehr so gut. Obwohl ... ich habe ja nur eine Ecke gesucht. 
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    Die Augustäpfel (Klaräpfel) hingen gleich neben den Pflaumen. Und so reif!
    Man schmecken die Dinger gut.
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    Das Feld da rechts war nicht der Acker wo ich das alles wieder los werden musste. 
    Es ist ein Zwiebelfeld von dem ich 4 Knollen mitgenommen habe und heute abend zu Hause den Tomatensalat mit Schafskäs verfeinerte.
    Ich glaube, jetzt ist es genug des Guten. 

  • Die 2. Woche im August ...

    ... zeigt sich gut durchwachsen, was das Wetter betrifft.
    Die große Schwühle schein ja nun abgeschwächt zu sein. Als ich gestern mein Quartier im Lieblingshotel in Burg bezog, war das Zimmer im Dachgeschoß noch arg aufgeheizt.
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    Am Abend kam frischer Wind auf, der im Durchzug die warme Luft schnell aus dem Zimmer trieb.
    Der kleine Balkon hebt mich auf die Wipfelhöhe der umstehenden , mächtigen Bäume und zeigt mir den nahenden Herbst.
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    Und ja, ich bin auf den Aufschrei so einiger Blogschreiber gefasst. Der schreibt schon wieder im August vom Herbst. Das kann ja wohl nicht sein!
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    In unmittelbarer Nähe vom Balkon, der maximal für eine Ansprache an das Volk gut ist, hat ein Taubenpaar ein Nest mit Jungen. Die Tauben müssen sich ständig der Angriffe von Elstern erwehren. Mich haben sie auch als Feind erkannt und fliegen Scheinangriffe.
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    Heute habe ich dem Kloster Lehnin eine Besuch abgestattet. 
    Das Kloster Lehnin ist eine ehemalige Zisterzienserabtei im Ort Lehnin. Diese Gemeinde südwestlich von Potsdam ist nach dem Kloster benannt. 1180 gegründet und im Zuge der Reformation 1542 säkularisiert, beherbergt es seit 1911 das Luise-Henrietten-Stift. Das Kloster liegt im Zentrum der Hochfläche Zauche in wald- und wasserreicher Umgebung rund 700 Meter vom Klostersee entfernt. 
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    Natürlich habe ich auch die Klosterkirche besucht. Eine kleine, ältere Klosterschwester (vielleich war es auch eine Nonne) tänzelte erklärend um mich herum, versorgte mich rührend mit Informationsmaterial und als ich die Lesebrille auspackte, machte sie Licht in der Kirche.
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    Dann sollte eine Andacht beginnen, zu der sie mich eingeladen hatte, aber als ich die 3 Schwestern sah, zog ich dann doch lieber ein Essen im nahem Lokal vor. Mich irritierte auch ihre schrille Stimme und eine Nase, die senkrecht abgeschnitten schien. Ein wenig erinnerte die Nase mich an eine Steckdose.
    Jetzt haben die Tauben mich wohl hingenommen. Oder sie sind erschöpft. Jedenfalls halten sie Ruhe.
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    Gestern habe ich auf den Perseidenschauer gewartet. Aber mit fast Vollmond und Wolken ist ja wohl schlecht sehen.

  • Mitgehört im Biergarten ...

    Biergarten Tisch mit 5 Personen.
    Ehepaar mittleren Alters.
    Die Schwester des Mannes.
    Die Tochter ca. 12 Jahre alt, der Sohn ca. 11 Jahre alt.
    Dialog:
    Mutter: "Was wollt ihr essen?" 
    Schulterzucken der Kinder.
    Mutter: "Steak mit Würzfleisch? Rumpsteak? Nudeln mit Tomatensoße, Spinat mit Ei?"
    Sohn: "Ich weis nicht."
    Mutter: "Würzfleisch vielleicht?"
    Sohn: "Was ist das denn?"
    Vater: "Das ist das Zeug was auf dem Steak mit Würzflisch ist. Nur mit Käse überbacken."
    Sohn: "Ich weis nicht." (Tochter sagt gar nichts)
    Vater: "Das steht jetzt hier nicht auf der Karte. Ihr könnt jedoch ganz gern am Auto warten bis wir gegessen haben."
    Sohn: "Würzfleisch würde ich vielleicht essen."
    Tante: "Was haben die Kinder denn?"
    Mutter: "Unseren Kindern scheint die Sonne aus dem Arsch!"   

  • Invasion in Erfurt!

    Köche kochen nicht mehr!
    Sie scharen sich zusammen und stürmen den Erfurter Dom!
    Schrecklich!
    Dabei sind die Luschen der schweizer Garde in Rom! 
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    "Laurentius-Tag: 1000 Köche marschieren durch Erfurt

    Köche aus ganz Deutschland würdigen bei dem traditionellen Treffen am Wochenende in Erfurt ihren Schutzpatron. Der Marsch soll auf Nachwuchssorgen in der Branche hinweisen."
    Quelle: 
    http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Laurentius-Tag-1000-Koeche-marschieren-durch-Erfurt-2045697233
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    Echt mal. Wenn man ohne Argwohn auf den Markt geht und dann ohne Vorwarnung diese weiße Invasion erlebt, dann will man unwillkürlich die UNO anrufen! 

  • Tage gibt es ...

    ... da ist alles drin. Die erste Nacht in fremden Gefilden schlafe ich immer schlecht.
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    Diesmal ganz besonders, weil ich mir noch das Montagskino im ZDF rein gezogen habe. Habe mich eben von einem User hier im Blog verleiten lassen. Und was bringen die als Montagskino?! Kindervampierfilme! Das ist ja nun gar  nichts für meine zarte Seele.  
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    Einem angenehmen Vormittag, folgte ein energiezehrender Nachmittag. Auf dem Weg ins nächste Quartier bog ich ohne Erlaubnis der nervenden Navidame nach rechts Richtung Tangermünde ab.
    Einfach noch mal die Beine vertreten.

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    Der Ort wimmelt förmlich von Radlern die den Elbradweg fahren und dort Quartier machen. Tangermünde ist ja auch ein lohnendes Etappenziel. 
    http://mreddy.blog.de/2013/04/11/tangermuende-berge-15747043/
    Nach einem Spaziergang durch die alte Stadt wollte ich ein "Kuhschwanzbier" trinken.

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    Ich landete im Gasthof Exempel.
    Erst draussen, aber da der Wind pfiff ging ich wie ein Warmduscher in die Gaststube zum Schattenparken.

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    Das Lokal entpuppte sich als alte Schule. Ich saß also an einem Schülerpult mit Bier und Brot und Bismarkhering. Dort herrschten 2 Weibsen die mich gut bedienten, aber auch den Eindruck erweckten mit dem Rohrstock auf Du und Du zu stehen.
      
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    Das war mir zu heiß! Nach dem Essen hatte ich wieder Körner und konnte einen Stubendurchgang machen. Die hatte dort tatsächlich ein Modell vom Rechenschieber.
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    Na ja, aber von Ordnung hält das Weibsenvolk auch nichts.  

  • In der Altmark ... Salzwedel ...

    ... ein paar Bilder vom Nachsonntag.  
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    Der fällt mir ja immer mal schwerer als die anderen Tage der Woche. 5 Uhr aufstehen (ja ich weis, viele von Euch stehen sogar noch früher auf), 6 Uhr losfahren.  
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    Dann 3 Stunden durch die Wallachei dösen. Eine halbe Stunde Luft, beim Bäcker einen Pott Kaffee, dann etwas auffrischen.
    http://omegamatrix.blog.de/2011/10/17/taegliches-energie-ritual-empfehlenswert-11376601/
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    Nach getaner Arbeit weiter zum Ort für Morgen. Und da sitze ich nun im Biergarten, ganz allein und klimpere bei einer guten Zigarre und mit Blick auf Hans Sachs auf dem Notebook herum.
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    Es hat heute oft geregnet, so das die Biergartenmöbel zwar trocken aussehen, mein Hintern sich aber klamm anfühlt. Was tut man nicht alles für eine gute Zigarre!  
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    Wichtig!!!!
    Ganz liebe Geburtstaggrüße an meine liebe Mama! 

  • In Nordhausen ...

    ... ist am Wochenende Altstadtfest.
    Und weil ich dort 1977 für ein halbes Jahr und 1982 für ein ganzes Jahr gelebt habe, wollte ich mal schauen, wie die Stadt jetzt aussieht.
    Vorher sollte ich jedoch erklären, um welches Nordhausen es geht.
    Die Stadt Nordhausen, die ich meine, liegt im Norden von Thüringen an der Zorge (Fluss), am Südrand des Harzes und im Nordwesten der fruchtbaren Goldenen Aue. Nordhausen ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.
    Die Stadt wurde am Ende des 2. Weltkrieges fast völlig von der amerikanischen Luftwaffe zerstört. Der Grund für diese Zerstörung war das KZ Mittelbau-Dora, indem die Vergeltungswaffen V 1 und V 2 produziert wurden.
    Nordhausen wurde nach den Plänen der DDR-Architektur wieder aufgebaut. Dass es dort so etwas wie eine Altstadt gibt, ist demnach erstaunlich.
    Als ich 1977 dort stationiert war, habe ich kaum etwas von der Stadt wahrgenommen. Dazu war ich viel zu sehr durch den militärischen Drill
     eingebunden.
    1982 - 1983 habe ich einen Teil meines Studiums zum Ing.-Ökonom dort absolviert. Ich war also nur für mich und meinen Stift verantwortlich.  
    Erinnern kann ich mich sehr gut an die Stadtterrassen im Zentrum von Nordhausen. Dort fand am Mittwoch immer der "Witwenball" und Donnerstags die "Nachlese" statt. Das war stets ein Heidenspaß.  
    An den Wochenenden war Halli-Galli im Gehege. Das ist im Stadtwald von Nordhausen, ein Gelände mit 2 Bühnen und wenn ich mich recht erinnere gab es dort 4 Gaststätten mit Saal, in denen immer etwas los war. Ausgelassene Diskos und eine Menge junger Leute, die ihren Spaß hatten.
    Das soll ab und an auch heute noch der Fall sein. Zumindest wird dort die Walpurgisnacht zünftig begangen. Aber ich schweife schon wieder ab. Thema war das Altstadtfest.
    Wir waren also am Nachmittag in Nordhausen angekommen.
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    Parkplatzprobleme hat man dort nicht, es gibt genügend öffentliche und kostenlose  Abstellmöglichkeiten. Ich war schon mal positiv überrascht. Es gibt dort auch eine gut erhaltene Stadtmauer, von der die Treppen hoch zur Altstadt führen.
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    Das Spektakel war eingezäunt und bewacht. Am Eingang wurde ein Obolus von 3 Euronen verlangt und man markierte die Zahlungswilligen mit einem Bändchen um das Handgelenk. Auf der Bühne trällerte ein Andrea Berg-Double. Zwischendurch tanzten Line Dance Pärchen durch die Zuschauer. Das war jetzt nichts für meinen Geschmack, den Fans hat es wohl gefallen.
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    Nun brauchten wir einen Happen gegen das nahende Hungergefühl. Das Angebot war groß und die Portionen auch. Deshalb entschieden wir uns für eine ganz normale Thüringer Bratwurst. Die stolzen 3 Euro pro Wurst war jedoch der Hammer. Egal, man konnte sie essen. Es gab auch einen Weinstand. Dort bekamen wir im Plastikbecher einen mäßig schmeckenden, gering gekühlten Weißwein. Gut ... muss man auch nicht wiederholen. Da die Altstadt auf einem Hügel gebaut ist, geht die Tour dem Berg runter und wieder hinauf. Die Stände waren wie überall, es gab Musik, genug zu essen und zu trinken, fröhlich ausgelassene Menschen, die gute Stimmung um sich sammelten.
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    Ein kühles Bier und Sitzgelegenheiten fanden wir in der "Bar Fuß". Dort hätten wir länger sitzen können. Überhaupt haben wir feststellen können, dass in Nordhausen viele gute Kneipchen, Restaurants und Gasthöfe offen haben. Sehr sympathisch.  
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    So gegen halb sieben hatten wir genug gesehen. Vor der Rücktour sind wir noch schnell in den Stadtwald ins Gehege gefahren. Nur mal so, um zu sehen wie es jetzt dort aussieht. Und siehe da, eine Gaststätte hatte geöffnet. Dort fand eine geschlossene Feier statt, trotzdem bekamen wir im Biergarten unser Radler und einen Imbiss.
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    Und ich konnte meine Erinnerungen aufpolieren.
    Auf der Hinfahrt fuhr ich über die B 4 direkt von Erfurt nach Nordhausen (ca. 50 km). Zurück nahm ich das Navi zur Hilfe und es führte mich über die A 38 und A 71 nach Erfurt (ca. 100 km). Wir waren schneller zu Hause als ich vermutete. Die Ortsdurchfahrten und Baustellen auf der Bundesstraße halten eben auf.

  • Leutenberg ...

    ... ist eine Landstadt in Thüringen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und  wird Stadt der sieben Täler genannt. Richtig berühmt wurde dieses große Dorf mit Stadtrecht, weil in den Jahren 1967 bis 1969 der "liebe Männe", ein zwar noch etwas kleiner aber damit nicht unwichtiger Bürger war. Das war die Zeit in der ich die 4. und 5. Klasse mehr schlecht als recht hinter mich brachte.
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    Wie der Name "Stadt der sieben Täler" schon aussagt, hätten dort auch gut die sieben Zwerge zu Hause sein können. Schneewittchen hätte jedoch den Weg nach Leutenberg nicht gefunden.
    Heute war es uns mal nach Sommerfrische. Mit dem Auto fährt man von Erfurt etwas mehr wie eine Stunde dort hin.
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    Meine Frau hat auch eine Beziehung zu dieser Stadt. Wir verbrachten im Jahr 1979 in Leutenberg unsere Flitterwochen, im damaligen FDGB-Erholungsheim "Katja Niederkirchner". Wir erinnern uns bis heute gern daran. Obwohl die anderen Gäste meist "ältere Leute" waren (jetzt sind wir auch so alt), brachten sie nach ein paar Tagen sogar Verständnis für uns auf. Wir hielten uns nämlich nie an die Frühstückszeiten, was die Herrschaften an unserem Tisch (ja, es gab eine Tischordnung in den Erholungsheimen) anfangs auf das schärfste verurteilten. Später brachten sie uns das Frühstück nach oben und stellten es vor die Zimmertür.
    Als wir in Leutenberg ankamen wurde uns etwas unheimlich. Kaum Menschen auf den Straßen. Irgend so ein Spitzbube musste sich den Spaß gemacht haben, die Bürgersteige runter zu klappen.
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    Das ehemalige FDGB-Erholungsheim hat wohl seit der Wende keinen Gast mehr gesehen. Es ist runter gekommen, völlig verwahrlost und sollte wenigstens fachgerecht entsorgt werden. Architektonisch passt der Klotz dort auch nicht hin. Nicht bewohnte Häuser an der Straße zum Markt sind der Verwitterung ausgesetzt.
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    Stadtkern und Markt sehen gut aus. Wir wollten im Biergarten der Gaststätte "Garküche" etwas trinken. Also setzten wir uns dort hin und warteten auf die Bedienung. Nach 15 Minuten wechselten wir dann in die "Bayrische Bierstube" weil es offensichtlich keine Bedienung gab oder sie gerade zu Mittag speiste.
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    Im blau-weißen Biergarten wurden wir zwar sofort bedient, aber die thüringer Klöße waren offensichtlich vom Großhandel geliefert worden. Mir liegt jetzt zum frühen Abend, das Essen noch schwer im Magen. Kulinarisch war der Ausflug ein Flop. Danach fuhren wir zu dem Haus, indem der kleine Männe mal gewohnt hatte. Gleich neben der Sormitz, ein Flüsschen welches in die Saale fließt.
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    Es steht noch. Und eine Familie von damals wohnt dort auch noch. Ich denke sie müssen jetzt so um die 80 Jahre alt sein. Auch hinter dem Haus sieht noch alles so aus wie 1969. Selbst die überdachte Terrasse am Berghang gegenüber dem Haus, wo meine Eltern mit den anderen Hausbewohnern, wenn es eben mal passte, das Leben gefeiert haben, steht noch so da wie ich es in Erinnerung habe. Das ist schon sehr erstaunlich.
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    Am Nachmittag sind wir wieder nach Erfurt gefahren. Wir hatten genug gesehen und wollten noch ein Glasl Wein in der Altstadt von Erfurt trinken.
    Das Wetter war verdammt schwül, es kündigte sich ein Gewitter mit fernem Grollen an. Jetzt sitze ich auf dem Balkon, bei leichtem Regen und einer willkommenen Abkühlung und denke bei einem Bier über mein Elend nach.
    Die Flasche Bier wird alle, ich müsste aufstehen und aus dem Kühlschrank ein frisches Bier holen. Oder ... ich klopfe mal an die Scheibe zum Wohnzimmer ... heute muss mein Glückstag sein. 

  • Radtour Artern-Freyburg-Halle-Bernburg

    Nach der Wienreise brauchten wir einen Ausgleich. Ilsee meint ja, wir brauchen Urlaub vom Urlaub. Nun ja, vielleicht war es auch so.
    Das Wochenende nach Wien haben wir nur gechillt und uns um den Amberbaum gekümmert. Dieser Baum kam von Wien aus dem Gärtnermarkt der Starkl, Maria nach Erfurt und hat seinen Platz auf dem Balkon gefunden.  Wir haben ihn in einen großen Topf umgepflanzt, denn die Schale war nur für den Transport geeignet.
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    Den Montag wollten wir eigentlich schon los fahren, aber der Wetterbericht meldete für diesen Tag Regen. Sie hatten jedoch Unrecht, es wäre ein guter Tag zum radeln gewesen.
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    In Anbetracht der kommenden Hitze wollte ich meiner Frau eine Brücke für einen gemäßigten Urlaub bauen, aber sie blieb dabei radeln zu wollen. Am Dienstag fuhren wir dann folgerichtig mit dem Zug nach Artern.
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    Dort setzten wir auf den Unstrutradweg bei besten Sonnenschein unseren Weg fort.
    Ziel des Tages war Freyburg. Der Stadt an der Unstrut im Burgenlandkreis des Landes Sachsen-Anhalt  und im Zentrum  des Weinanbaugebietes Saale-Unstrut. Aus Freyburg kommt auch der Rotkäppchen-Sekt.
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    Wir wollten eine ruhige, gemütliche Fahrt, bei vielen Pausen und guter Erholung erleben. Deshalb nahmen wir uns nur Etappen zwischen 60 bis 70 km pro Tag vor.
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    Von Artern ging die Tour über Memleben, Laucha nach Freyburg. Dort meldeten wir uns im Hotel Sonnenuhr, direkt in den Weinbergen an. Von unserer Zimmerterrasse konnte man sehr gut auf das beschauliche Freyburg blicken. Der Abend endete im Rot der untergehenden Sonne bei so manch Glasl Wein.
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    Am Mittwoch fuhren wir in aller Ruhe gegen 9 Uhr in Richtung Halle/Saale. Nach ca. 5 km war der Blütengrund erreicht. "
    Blütengrund werden die malerisch von Weinbergsterrassen gesäumten Saaleauen an der Saale-Unstrutmündung genannt. Hier verbinden sich harmonisch Kultur und Natur, Aktiverlebnis und Genuss.
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    Der Blütengrund liegt im Naturpark Saale-Unstrut-Triasland und gehört zu den bedeutendsten touristischen Zielen der Saale-Unstrut-Region, wo zahlreiche geschichtliche, landschaftliche und kulturelle Besonderheiten wie in kaum einem anderen Gebiet zu finden sind. Aufgrund der attraktiven Landschaft des Einmündungsgebietes der Unstrut in die Saale sowie der hohen Konzentration von touristischen Angeboten hat sich der Naumburger Blütengrund zu einem beliebten Ziel für Naherholung, Kultur und Aktivtourismus entwickelt."

    http://www.naumburg.de/index.php?id=naumburger-bluetengrund
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    Jetzt fuhren wir entlang der Saale von Naumburg (Stadt der Uta) über Weißenfels und Merseburg nach Bad Dürrenberg.
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    Am  alten Badehaus konnten wir ganz gelassen unsere Akkus wieder auftanken bevor es weiter über Merseburg nach Halle ging. Den Abend verbrachten wir mit guter Gesellschaft in der Altstadt von Halle.
    Es war ein besonderer Abend. Ich habe mich sehr wohl gefühlt.  
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    Am Donnerstag war es schon so heiß, dass wir jeden Schatten nutzten, um uns ein wenig abzukühlen. Das Ziel war klar: Bernburg!
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    Wir fuhren in Halle durch eine wunderbare Landschaft der Peißnitzinsel, an der Burg Giebichenstein vorbei, am Krug zum grünen Kranze über Lettin nach Wettin.
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    Dort tankten wir wieder auf und fuhren nach einer langen Pause nach Rothenburg. Die nächsten Stationen waren Alsleben, Plötzkau und dann kam schon Bernburg an der Saale.
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    Bei Reimanns machten wir eine längere Pause und beendeten die Reise schon gedanklich wegen der unerträglichen Hitze. Wir fanden eine Pension in der Innenstadt, machten uns frisch und wollten in die "Sonderbar" der Stadt.
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    Eine Bar die ich vor Wochen dort fand und für gut befunden habe. Jedoch fanden viele andere diese "Sonderbar" auch sonderbar. Alle Plätze waren besetzt, oder reserviert. Wir sind dann in einem anderen Biergarten gegangen. Eigentlich dachten wir, das Bernburg eine lahme Stadt in der Wallachei von Sachsen-Anhalt ist.
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    Hey dort lässt es sich auch ganz gut leben!
    Trotzdem sind wir am nächsten Tag mit dem Zug wieder nach Hause gefahren.
    Das war eine gute Entscheidung!

  • Wien in 6 Tagen ...

    ... oder "Eine Hochzeit in Wien!"
    So richtig weiß ich gar nicht wie und wo ich anfange.
    Einfach drauf los schreiben ist wohl die beste Variante, um das Wichtigste hier fest zu halten.
    Ende Februar hatte wir uns endlich ein Ziel für den Sommerurlaub ausgesucht.
    Es sollte eine Busreise an den Lago Maggiore und zum Matterhorn werden.
    "Busreise"!!! Das ist doch was für Rentner!  
    Ich habe mich überreden lassen (nicht von meiner Frau, aber sie hatte auch nichts dagegen) und so buchten wir die Reise.
    Anfang April erreichte uns dann eine Nachricht aus Wien.
    Zwei uns sehr nahe stehende Menschen wollen sich trauen!
    Hammer!!!
    Ein Heiratsantrag zum Geburtstag, mit allen romantischen Gedöns und Drumherum was man sich nur denken kann.
    Ein paar Tage danach glühten dann die Drähte, Ilsee erzählte brühwarm wie der Antrag abgelaufen ist. Ich dachte so insgeheim ... der Bernhard ist doch ein Oberschleimer ... dann jedoch musste ich feststellen, dass er sie nur mit der vollen Ladung beeindrucken konnte.
    Und das hat er wohl nach allen Regeln der Kunst getan. Echt mal, das hätte ich nicht hin bekommen. *hutziehe vor Bernhard*
    Ich bin ja eher der unromantische Typ. (Frau in den Arm nehmen und ein leises "wird Zeit" muss ja schon reichen)
    Also, ich habe mich jetzt entschlossen in diesem Eintrag den Schwerpunkt auf die Hochzeit zu legen und das andere, ich meine die Besichtigungen usw., vielleicht noch in einem anderen Eintrag zu packen.
    Meine gedanklichen Abschweifungen sind zu viel für einen allumfassenden Blogeintrag.
    20140707 - Trauung-81
    Jedenfalls sollte die Hochzeit entweder am 7.7. oder 8.8. oder 9.9. stattfinden.
    War ja klar das Ilsee die Latte noch mal etwas höher hängt. Solche Termine gehen doch schon Jahre im Voraus weg wie warme Semmeln.
    Mitte April kam dann die Nachricht dass der 7.7.2014 der Tag der Tage sein wird. Wie er DAS hinbekommen hat, ist wohl sein Geheimnis.
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    Aus meiner Sicht muss man dafür schon mit dem Papst einen Messbecher geleert haben oder ein Mandat bei UNO besitzen.
    Wie dem auch sei, jetzt hatten wir ein Problem.
    Wir hatten nun die Qual der Wahl, entweder mit dem Bus nach Italien und der Schweiz zu fahren oder nach Wien zur Hochzeit unserer Freunde.
    Die Busfahrt können wir jederzeit nach holen. Eine Hochzeit mit Ilsee und Bernhard jedoch nicht, das war der ausschlaggebende Gedanke.
    Die Würfel waren gefallen! Die Reise wurde kurzerhand storniert. Über das Internet bekamen wir ein gutes Angebot für 6 Nächte in Wien, nahe dem Schloss Schönbrunn, gleich neben dem technischen Museum.
    Gut 3 Wochen vor der Reise meldete sich unsere Tochter, sie wolle auch mit nach Wien. Im gleichen Hotel bekamen wir ein zweites Zimmer direkt neben dem unsrigen. Bei mehr als 300 Zimmern war das auch keine Kunst.
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    Eine Woche vor der Hochzeit fragte Ilsee, ob ich denn für sie Trauzeuge sein werde.
    Du meine Güte! Ich hatte das Wort ja schon mal gehört, aber was da zu machen war entzog sich meiner Kenntnis.
    Ich ... und Trauzeuge ... schlimmer kann man den Bock doch gar nicht zum Gärtner machen!
    Doch Ilsee versicherte, das nichts zu tun sein, einfach nur den Ausweis mitbringen und unterschreiben. Es solle auch nicht weh tun!
    20140707 - Trauung-135
    Ich sagte ein wenig geschmeichelt zu.  
    Am 5.7. fuhren wir nach Wien. Abends holte uns Bernhard vom Hotel ab, (wir wurden die ganzen Tage fast immer geholt oder gebracht. Dafür sind wir sehr dankbar.) für einen Willkommensumtrunk.
    Die Brautleute wirkten schon ein wenig nervös, aber das ist ja völlig normal vor solch einen Tag.
    Alles war auf das Beste vorbereitet. Nur ... ja nur die Schuhe der Braut passten nicht so richtig.
    Ein bestelltes Paar war noch nicht geliefert und die zwei anderen Schuhe drückten. Nun kam was kommen musste! Schuhe an, Schuhe aus.
    Sie drückten wohl jämmerlich! Ich erzählte aus meinen Erfahrungsschatz mit Stiefeln aus der Armeezeit und was man machen kann. Doch davon hielt Ilsee nicht so viel.
    Sie kippte besten Marillenschnaps in die Schuhe und lief damit rum.
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    Es schwappte bei jedem Schritt aus dem Schuh, das war ein Bild für die Götter!
    Irgendwie muss die Wirkung des Schnapses vom Fuß in die entsprechenden Organe gekommen sein. Denn langsam wurde sie ruhiger. Oder es war der gute grüne Veltliner der nun seine Wirkung tat.
    Es war ein angenehmer und geselliger Abend, der im Otto bei guten Essen endete.
    Am Sonntag holten sie uns zum Mittagessen im Klee am Hanslteich ab. In sehr schönen Ambiente wurden wir von vorn bis hinten verwöhnt.
    Letzte Absprachen fanden statt und so nebenbei fragte Ilsee, ob ich denn als Trauzeuge den obligatorischen Flachmann hätte?! Es könnte ja sein das ihr schlecht wird und ich hätte die Verantwortung das sie pünktlichst und in bester Verfassung zur Trauung erscheint!
    Mist!
    Ich wusste doch dass ich nicht für solche Posten geschaffen bin! Jeder andere hätte bei dieser Frage wissend genickt. Aber ich ...
    Den Nachmittag verbrachten wir zu dritt im Schloss Schönbrunn, schließlich wollte ja das Töchterchen auch auf ihre Kosten kommen.
    Am nächsten Tag (es war der Nachsonntag) dem 7.7.14 besorgten wir den Flachmann im Westbahnhof. Dazu einen guten Whisky.
    Auf der Rückfahrt in der Straßenbahn ereilte mich ein Telefonat mit Ilsee, sie bräuchte unseren Beistand. Alles klar. Wir kommen so schnell es geht.
    Nur mussten wir uns noch umziehen.
    Als wir im Hotel ankamen, war es von der Feuerwehr umzingelt. Man ließ uns nicht in unsere Zimmer, da Alarm ausgelöst worden ist. Die Feuerwehr musste erst den Grund heraus finden und die 4. Etage frei geben.
    Wir waren zur Untätigkeit verurteilt.
    Es dauerte jedoch nicht lange, die Ursache war wohl in der Küche gefunden worden. Uff!!!
    Jetzt schnell umgezogen und mit dem Taxi zu Ilsee. Dort war schon ihre Freundin, die Maria Starkl, die mit ruhigen Worten die Braut bei Laune hielt. Nach einer Zigarette und einem Achtel Wein auf der Terrasse war es auch schon Zeit zum Anziehen. Hier konnte meine Frau zur Hand gehen.
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    Schon einige Wochen früher schrieb Ilsee, das sie in einem Häkelkleid zur Trauung wolle, welches ihre Nachbarin für sie angefertigt habe.
    Ich dachte mir so für mich ... Häkelkleid?!? Das ist doch etwas für eine Omma!
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    Umso erstaunter schaute ich aus der Wäsche als sie den aprikotfarbenen Faden angezogen hatte. Wunderprächtig sah das Teil aus. Die Braut strahlte und war wunderschön anzusehen.
    Die Trauung sollte um 12:80 Uhr im Standesamt 8. Bezirk stattfinden.
    Mit dem Taxi kamen wir pünktlich dort an. Mit wir, meine ich natürlich die Braut, meine Frau und Tochter und ich.
    Der Bräutigam stand vor dem Amt schon bereit. Er strahlte als die Braut an seine Seite trat.
    Ich hatte Order den Brautstrauß an Bernhard zu überreichen, der kleine Brautstrauß wurde ihm angesteckt, die Trauzeugen von Bernhard wurden vorgestellt.
    Alles mit östereichischer Etikette.
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    Zum Trauungssaal gingen wir durch Büro`s. Das war schon etwas merkwürdig.
    Kurz bevor wir in den Saal eintraten, kam der Flachmann doch noch zum Einsatz. Aber nicht weil es ihr schlecht ginge, nur zur Beruhigung der Nerven. Es hat wohl geholfen! Denn danach ging alles wie 1000-mal geübt. Die Standesbeamtin hielt eine gekonnte Rede über Liebe, Leben, Miteinander.
    Alles wahr und dem Brautpaar haben die Worte gut getan.
    Alle Nervosität war abgefallen, sein JA kam klar und direkt aus der Brust, sie antwortete auch sehr klar, wenn auch etwas melodischer.
    So manches Auge im Saal wurde durchnässt. Die Eheleute unterschrieben den Vertrag und die Trauzeugen bezeugten die Unterschriften der Eheleute mit ihrem Konterfei.
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    Ein Fotograf wirbelte die ganze Zeit durch den Raum und spielte Satellit.
    Jaaaaa ... das wars schon.
    Na ja, nicht so ganz. Nach der Trauung saßen wir (die frischen Eheleute und die Trauzeugen) im Café gegenüber dem Standesamt noch eine Stunde bei Kaffee, Prosecco und Bier um das Ereignis nachklingen zu lassen. Dann ging jeder seine Wege, um noch ein bisschen aufzutanken. Der Tag war sehr heiß, man konnte es gut im Schatten aus halten. Und doch war es eine erhebliche Erleichterung für ein paar Stunden aus der Montur zu kriechen. Gegen 17 Uhr war es mit der Ruhe vorbei. Die Feier fand im Parkschlössl im 3. Bezirk statt.
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    Eine noble Adresse! Im Park des Schlössl`s trafen so langsam die Gäste ein. Eine Seifenblasenmaschine produzierte ununterbrochen Blasen und da ich nun dem Kindalter entwachsen sein soll, bin ich nicht danach gehüpft. Nicht mal einen Kreisel hatte ich zur Ablenkung!
    Die meisten Gästen waren uns nicht bekannt, umso mehr freute es mich als Freunde von Ilsee (welche wir schon bei früheren Besuchen in Wien kennen lernen durften) zur Feier kamen.
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    Es wurde eine illustre Gesellschaft aus wenig Verwandtschaft, Freunde, Arbeitskollegen, Politik und Kunstschaffen. Lernen durfte ich auch! Mir wurde z.B. erklärt was der Nationalrat ist. Bloß gut, das ich mich nicht beim ehemaligen 2. Nationalratspräsidenten blamiert habe. Man war nachsichtig mit den "Deitschen". In diesem Zusammenhang sollte ich erwähnen, dass nicht nur Ilsee einen Ausländer als Trauzeuge hatte. Bernhard wurde von einem Dänen mit dem schönen Namen Klaus gestützt.
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    Über die kulinarischen Genüsse will ich hier gar nicht schreiben. Ich kann auch nicht sagen wie viel Gänge serviert wurden. Es hat von der Suppe bis zum Dessert sehr gemundet. Nach dem Hauptgang ließ sich Bernhard das Mikrofon von der Band geben, brachte eine kurze Ansprache an das Volk, um danach ein Lied auf Ilsee zu singen. Das er singen kann, weiß schon von der Karaoke-Bar zu Silvester. Dass er ein eignes Lied ... nein ein Liebeslied für Ilsee geschrieben hat, hätte ich ihm nicht zugetraut. Und wieder einmal ziehe ich den Hut vor Bernhard. Dieser Oberschl ... Mann zieht alle Register um an sein Ziel zu gelangen. Das verlinkte Video habe ich mit dem Fotoapparat gemacht, die Qualität ist nicht berauschend. Ich bitte um Nachsicht. Die Veröffentlichung geschieht mit dem Einverständnis der jungen Eheleute.
    Jaaa ... was wäre noch zusagen?
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    Unsere Tochter amüsierte sich mit jüngeren Leuten an einem anderen Tisch. Sie hat sich augenscheinlich auch sehr wohl gefühlt.
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    2 bis 3 Stunden nach Mitternacht sind wir in unser Hotel gefahren. Es war ein schönes Erlebnis. An dieser Stelle möchte ich dem jungen Paar ein gemeinsames langes Leben wünschen. Möge die Liebe immer frisch bleiben. Herzlichen Dank für die liebe Einladung und alles was wir mit Euch erleben durften.
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    Der liebe Männe und seine beiden Frauen.

  • Wie sich die Bilder gleichen ...

    ... in Erfurt:
    Speicher

    ... in Wien:

    Schankvorsicht

    *lach* Wir Deitschen sind eben auch nicht anders als die Wiener Schnitzel! 

  • Sommer ...

    ... ist schön!
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    So kann man es aushalten. 
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    Morgen nochmal Büro, dann ist für 2 Wochen Urlaub angesagt. Bis dann! 

  • Die Bilder des Tages ...

    ... entstanden an der Elbe bei Lostau und Niegripp. Dieses Heidegras hat eine sehr schöne Farbe und strömt so viel Ruhe aus.
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    Ein guter Tag. .
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    Dieses Bild habe ich am Sonntag in der Waagegasse gemacht. Es zeugt vom guten Zusammenleben in Erfurt. 

  • Schland!!!!

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      Begeisterung!!!!!!!   

  • Nun ist das Krämerbrückenfest ...

    ... 2014 auch schon wieder Geschichte.
    Gott sei es gedankt hatte das Wetter auch ein Einsehen mit den Erfurter und seinen Gästen. Keine Regenergüsse oder Hitzewellen störten bei dem ausgelassenen Trubel rund um die Krämerbrücke und dem Domplatz.
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    Das Krämerbrückenspektakel hat sich inzwischen nicht nur zu Thüringens größtem sondern auch zu seinem attraktivsten Altstadtfest entwickelt. Das besondere und unverwechselbare Flair, von dem sich die Erfurter aber auch zahlreiche Besucher aus ganz Thüringen und darüber hinaus verzaubern lassen, bezieht dieses Familienfest aus dem einzigartigen Ambiente der Erfurter Altstadt.
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    Eine liebgewordene Attraktion ist der nun schon traditionell veranstaltete Mittelaltermarkt, auf denen Thüringer Handwerker rund um die Krämerbrücke ihre Erzeugnisse präsentieren.
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    Unter anderen finde ich immer an gleicher Stelle, zwischen dem Rathaus und dem Eiscafè Benedetta, nahe dem Benediktsplatz, den "Kreiselmann". Seine formschönen Handschmeichler tanzen gut ausbalanciert, besser als eine Primaballerina. Ein MUSS für sehr verspielte Männer in jedem Alter. 
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    Wie auf dem ersten Bild oben links unschwer zu erkennen ist, wurden 112 bunte Schirme über die Krämerbrücke gespannt. Das soll symbolisch die Schirmherrschaft der Krämerbrücke für dieses Fest bedeuten.
    Für das letzte Bild entschuldige ich mich ganz brav.  

  • Der Arendsee ...

    ... ist ein rundlich-ovaler, buchtenloser See in der Region Altmark im Norden Sachsen-Anhalts. Mit über fünf Quadratkilometern Wasserfläche handelt es sich um den größten natürlichen See des Bundeslandes und mit rund 50 Metern zugleich um einen der tiefsten Seen Norddeutschlands. Seine Entstehung geht auf mehrere Einbrüche des Untergrundes, zuletzt noch im 17. Jahrhundert, zurück.
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    Direkt am Südufer liegt die Stadt Arendsee; am Nordwestufer die Ortschaft Schrampe. Im weiteren Umkreis befinden sich unter anderem die Städte Salzwedel und Lüchow (Wendland). Das Gewässer hat eine Fläche von knapp 514 Hektar bei einer West-Ost-Ausdehnung von bis zu 3,3 Kilometern und einer Nord-Süd-Breite von zwei Kilometern. 
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    Der See liegt direkt über dem „Dom“ eines Salzstockes. Durch das Grundwasser kam es zur Ablaugung der Salze und nachfolgend zu mehreren Einbrüchen der Steinsalzformationen und des auf dem Salz liegenden Deckgebirges. Zuletzt geschah dies noch in historischer Zeit, nachweislich in den Jahren 822 und 1685. Das Gewässer ist somit als wassergefüllter Erdfall („Seefall“) einzuordnen.
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    Der Arendsee wird vor allem touristisch genutzt. Er dient als Badegewässer für Feriengäste und Tagesurlauber. Besonders zur Zeit der DDR war der Urlaub am Arendsee als Ersatz für einen Urlaub am Meer beliebt. Fischer fangen neben anderen Süßwasserfischarten die Kleine Maräne.

    Das war die Objektbeschreibung.
    Schon seit einigen Jahren wurde die Aufgabe gestellt, diesen wunderschönen See per Pedes zu umrunden. Jedoch machte uns, meinem Kollegen und mir, das Wetter bisher immer ein Strich durch die Rechnung. Die Altmark ist ein niederschlagsarmes Gebiet mit 550-600 mm/a (Vergleichswert: 730 mm/a [Millimeter/Jahr]). Wenn wir unser Vorhaben in die Tat umsetzen wollten, konnte man darauf setzen das es regnete.
    In dieser Woche sollte es jedoch ganz anders sein. Die Hitzewelle vom Pfingstwochende schwängerte die Luft mit einer Feuchtigkeit, die mir schon beim Frühstück im Hotel einen feuchten Film auf die Stirn zauberte. Und doch war eine spürbare Abkühlung zu verzeichnen.
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    Die Fahrt von Klietz nach Arendsee im klimatisierten Auto  gestaltete sich also als lockere Spritztour übers Land. Dabei nutzten wir die die Elbfähre bei Havelberg, kurz bevor die Havel in die Elbe mündet. In Arendsee wurde das Auto abgestellt, der Marsch konnte beginnen.
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    Der Rad- und Wanderweg führt immer dicht am Ufer des Sees, inmitten vom satten Grün der Bäume und Büsche. An der Fischerei Kagel eine kurze Rast, wobei eine Horde Jugendlicher, getarnt als Schulklasse, nervten.  So langsam trübte sich der Himmel ein und das Regenradar warnte vor Gewitter mit heftigen Regen. Wir waren gerade wieder gestartet, da fing der Regen langsam an. Im nahenden Wald fanden wir nur wenig Schutz. Als der Regen in seiner Heftigkeit etwas nach ließ, marschierten wir weiter.
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    Es war nicht abzusehen wann Petrus seine Schleusen wieder schließen würde. Völlig durchnässt und triefend wie die Landstreicher standen wir in der Tür vom Seglerheim und baten um ein trockenes Plätzchen mit Bewirtung. Die Wirtsfrau musterte uns von oben bis unten mit einem missbilligenden, weibischen Blick, um dann mit mütterlicher Güte eine kurze Kopfbewegung zu den Tischen zu werfen. Wir setzten uns mit einem erleichterten Seufzen an den Tisch. Nach dem Essen regnete es nicht weniger heftig, wobei auf den Pfützen Blasen tanzten. Mutti Wirtsfrau bestätigte die Theorie meines Kollegen, der behauptet, wenn beim Regen Blasen auf den Pfützen entstehen, würde es "SIEBEN" Tage regnen. Das kann ja in der Altmark stimmen, weshalb ich froh war, am selben Tag wieder nach Thüringen fahren zu dürfen.
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    Als mein Kollege rein rhetorisch an Mutti Wirtsfrau die Frage stellte, wie wir nun trocken nach Arendsee kommen, sprudelte ihre Antwort "Ich fahre Euch!"  förmlich aus ihr heraus. Wir waren platt!  
    Völlig überwältigt von dieser Hilfsbereitschaft zahlten wir die Zeche und stiegen fast zögerlich in einen Lieferwagen ein, in dem Kindersitze, leere Flaschen und andere Utensilien durcheinander lagen. Tantchen brachte uns direkt zum Auto, wobei das Mundwerk nicht stille hielt.  Das hingereichte Trinkgeld meines Kollegen wurde zwar in erster Instanz relativ laut abgewiesen, dann aber doch  mit einen Schmunzeln genommen.
    In einem für Arendsee recht großen Spielzeuggeschäft, brachten wir unseren Blutdruck wieder auf Betriebstemperatur. Hach was waren da für schöne Spieldosen und Kreisel, die das Männerherz in Gang bringen.  Wir hatten Spaß!
    Als wir den Laden verließen, hatte der Regen auch wieder aufgehört.
    Irgendwann ... müssen wir den Weg zu Ende bringen.

     

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